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Wechseljahre und Pubertät im Alltag: Die erste Schulwoche nach den Sommerferien

21. Sept.
5 Min. Lesezeit
Weiße Nachttischkonsole mit Wecker und Topfpflanze neben einem Bett vor grauer Holzoptik-Wand.

Wenn der Wecker klingelt und das Chaos beginnt


Es ist 6 Uhr. Mein Handy klingelt zum dritten Mal, und ich unterdrücke den Impuls die Schlummertaste zu drücken. Die Sommerferien sind vorbei, die erste Schulwoche ist angebrochen, und ich (45 Jahre alt und Mutter von drei Kindern) frage mich zum wiederholten Mal, warum eigentlich niemand mich vorgewarnt hat, dass Perimenopause und der Wiedereinstieg in den Schulalltag sich einfach nicht vertragen.


Wenn du auch gerade zwischen Hitzewallungen* und Hausaufgabenheften* jonglierst, dann bist du hier goldrichtig. Ich nehme dich mit durch meine erste Schulwoche nach den Ferien, mit allem Chaos, allem Humor und ehrlich gesagt auch ein bisschen Stolz, dass ich das alles überlebt habe.


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Drei Kinder, drei Baustellen: Der Morgen als Belastungstest


Fangen wir mit der Königsdisziplin an: dem Wecken der Kinder. Ein völlig verschobener Schlafrhythmus macht es nicht leichter. Bei uns läuft das Aufwachen morgens wie eine kleine Charakterstudie ab, und ich schwöre, jedes meiner drei Kinder hat sich für eine völlig andere Taktik entschieden, um mir das Leben schwer zu machen.


Die Große: Bitte nicht ansprechen vor 7:30 Uhr


Meine älteste Tochter ist mittlerweile selbst mitten in der Pubertät, und ihr Morgenmodus lässt sich mit einem einzigen Wort zusammenfassen: Funkstille. Wehe, ich sage auch nur "Guten Morgen" in einem Tonfall, der ihr nicht passt. Dann kommt dieser Blick. Dieser eine Blick, der sagt: "Ich habe dich gehört, ich ignoriere dich aber aus Prinzip." Als Mutter kenne ich diesen Blick übrigens ziemlich gut und mache eine Woche vor meiner Periode auch regelmäßig davon gebrauch. Wechseljahre und Pubertät im Alltag, das ist wie zwei PMS-Phasen, die sich zufällig im Flur treffen.


Der Sohn: Die Bettdecke als letzte Festung


Und dann mein Sohn. Der würde, wenn es nach ihm ginge, einfach nie wieder aufstehen. Er verschanzt sich unter der Bettdecke wie in einer Festung, die er mit aller Macht verteidigt. "Fünf Minuten noch" bedeutet bei ihm realistisch gesehen mindestens zwanzig. Ich habe mittlerweile ein ganzes Repertoire an Weckmethoden entwickelt, von sanftem Rütteln über das Öffnen der Vorhänge bis hin zum laufenden Wecker*.


Die Kleine: Ein Wasserfall aus Worten um 6:30 Uhr


Dann ist da meine Jüngste. Sie ist das komplette Gegenteil. Kaum macht sie die Augen auf, sprudelt es aus ihr heraus wie ein Wasserfall im Frühling. Träume, Gedanken, eine detaillierte Nacherzählung ihres Traums von gestern Nacht, alles kommt ungefiltert und in Lichtgeschwindigkeit. Es ist sehr schwer für mich um diese Uhrzeit diesem Redeschwall zu folgen.


Stell dir das jetzt alles gleichzeitig vor. Drei völlig unterschiedliche Morgenpersönlichkeiten, ein Frühstückstisch, eine Mutter, die innerlich noch mit der letzten Nacht kämpft, in der sie um 3 Uhr wie durch Zauberhand wach wurde. Willkommen in meinem ersten Schultag nach den Ferien!


Die Schultasche im Auto: Als der Morgen komplett aus dem Ruder lief


Aber der eigentliche Höhepunkt oder Tiefpunkt, je nachdem, wie man es sehen will kam, als ich tatsächlich alle drei aus dem Haus hatte. Ich saß im Auto, die Kinder auf den Rücksitzen, Radio lief leise, ich fühlte mich schon fast wie eine funktionierende Erwachsene. Wir waren vielleicht fünf Minuten unterwegs, als ich im Rückspiegel einen Blick auf meine kleinste Tochter warf und mir auffiel: kein Ranzen!


Ich glaube, in diesem Moment habe ich innerlich einen Laut von mir gegeben, der irgendwo zwischen einem Seufzer und einem kleinen Schrei lag. Mitten im Berufsverkehr wenden, zurück nach Hause, Schlüssel wieder rein, Aufzug hoch, Schultasche greifen, wieder runter, wieder ins Auto und dabei innerlich rechnen, ob die Kinder pünktlich zur ersten Stunde erscheinen.


Was mich an solchen Momenten am meisten überrascht, ist nicht das Chaos selbst. Chaos gehört zum Familienalltag dazu, das wusste ich schon, bevor mein erstes Kind geboren wurde. Was mich überrascht, ist, wie unterschiedlich ich in den Wechseljahren auf genau dieses Chaos reagiere. Früher hätte ich wahrscheinlich gelacht, den Kopf geschüttelt und wäre einfach weitergefahren. Heute, mit schwankenden Hormonen, die meine Stressresistenz offenbar heimlich aus dem Fenster geworfen haben, fühlt sich so ein kleiner Rückschlag manchmal an wie eine mittelschwere Katastrophe. Die Tränen sitzen lockerer, die Nerven liegen blanker, und gleichzeitig überkommt mich danach oft eine gewisse Erschöpfung, die tiefer geht als reine Müdigkeit.


Wechseljahre und Pubertät im Alltag: Wenn zwei Hormonwelten kollidieren


Genau das ist ja das eigentlich Spannende und manchmal auch Absurde an dieser Lebensphase: Ich stecke selbst mitten in der Perimenopause, während meine älteste Tochter und mein Sohn mitten in der Pubertät stecken. Drei Menschen im selben Haushalt, deren Hormonhaushalt gerade komplett verrücktspielt, nur eben in unterschiedliche Richtungen.


Alltag mit drei Kindern in den Wechseljahren: Was mir wirklich hilft


Nach dieser ersten chaotischen Schulwoche habe ich mir ein paar Dinge notiert, die mir helfen, mit drei Kindern und meinen eigenen Wechseljahressymptomen halbwegs entspannt durch den Morgen zu kommen. Kein Wundermittel, aber kleine Anker im Alltagssturm.


Die Schultasche* kommt abends an die Haustür. Klingt banal, ist aber Gold wert. Seit dem Vorfall im Auto steht der Ranzen abends bereit direkt neben der Tür, im besten Fall zusammen mit Schuhen und Jacke. Ein Blick beim Rausgehen reicht, um zu checken, ob alles da ist.


Ich gebe meiner Großen morgens Raum. Statt gegen ihre Wortkargheit anzukämpfen, akzeptiere ich sie inzwischen. Ein freundliches "Guten Morgen" reicht, den Rest lasse ich.


Ich höre meiner Kleinen bewusst zu, auch wenn es anstrengend ist. Ihr Redefluss morgens ist zwar viel für meine übermüdeten Nerven, aber ich versuche, ihn als das zu sehen, was er ist: pure kindliche Lebensfreude. Die wird nicht ewig so bleiben.


Meinem Sohn gebe ich realistische Zeitpuffer. Statt gegen seine Langsamkeit anzukämpfen, wecke ich ihn inzwischen zehn Minuten früher als eigentlich nötig. Klingt simpel, hat aber viel Stress aus unseren Morgen genommen.


Und für mich selbst? Ich versuche, meine eigenen Wechseljahressymptome nicht länger zu ignorieren oder wegzulächeln. Wenn ich nachts schlecht geschlafen habe, sage ich das offen, auch den Kindern gegenüber. Es hilft ihnen zu verstehen, dass auch Mama mal einen schlechten Tag hat und es hilft mir, mich nicht ständig verstellen zu müssen.


Humor als Überlebensstrategie in Wechseljahren und Familienalltag


Ich glaube, genau das ist es, was mir in dieser Lebensphase am meisten hilft: Humor. Über sich selbst lachen können, über die eigene Vergesslichkeit, über die eigene Unzulänglichkeit an manchen Tagen. Die Wechseljahre bringen genug ernste Themen mit sich Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, ein Körper, der sich manchmal fremd anfühlt. Da tut es gut, wenigstens über die Alltagschaos-Momente lachen zu können, statt sie als weiteren Beweis dafür zu sehen, dass gerade alles zu viel ist.


Wenn du gerade selbst mitten in dieser Doppelbelastung steckst – Wechseljahre und pubertierende oder schulpflichtige Kinder gleichzeitig dann möchte ich dir mitgeben: Du machst das nicht falsch. Vergessene Schultaschen, wortkarge Teenager, plappernde Grundschulkinder und bettflüchtige Söhne gehören einfach dazu. Und die Tatsache, dass du dabei manchmal an deine Grenzen kommst, sagt nichts über deine Fähigkeiten als Mutter aus – sondern einfach darüber, dass dein Körper und dein Alltag gerade beide im Umbruch sind.


Wie sieht dein Alltag zwischen Wechseljahren und Pubertät aus? Erzähl mir gerne in den Kommentaren von deinem eigenen Morgen-Chaos-Geschichten. Ich bin sicher, ich bin mit meiner vergessenen Schultasche nicht allein.



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